Über das Projekt

Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Netzwerk geht in einem Zeitraum von drei Jahren der Frage nach, wie sich religiöse Minderheiten und Mehrheiten wechselseitig diskursiv konstituieren, d.h. wie sie sich selbst verstehen und wie sie von anderen Teilen der Gesellschaft als solche wahrgenommen und adressiert werden. Mit dem Fokus auf religiöse Institutionen, Netzwerke und Bewegungen verfolgt das Netzwerk erstens das Ziel, religiöse Minderheiten-Mehrheiten-Konstellationen (MMK) zu identifizieren. Die zugrunde liegende Arbeitshypothese lautet, dass Minder- und Mehrheiten am ehesten dann als religiös attribuiert werden bzw. sich als solche verstehen, wenn andere Attributionen wie ethnisch, politisch, sozio-ökonomisch usw. vermieden und bestimmte Interessenlagen kaschiert werden sollen. Des weiteren werden Konsequenzen für die Wahrnehmung von MMK und ihres religiösen, gesellschaftlichen und politischen Status in den Blick genommen. Das Netzwerk will den aktuellen Forschungsstand, der oftmals nur religiöse Minderheiten als solche in den Blick nimmt, erweitern. Denn wie MMK in jeweiligen sozialen Formationen entstehen, wie sie identifiziert werden können, wie sie sich wechselseitig bedingen und welche Konsequenzen sich aus diskursiven Grenzziehungen ergeben, ist eine offene Frage.